Mehrfach gefaltete Karte (ca. 96 x 65 cm) auf Leinen aufgezogen und faltbar eingerichtet (die Leinenrückseite tlw. angestaubt und stellenweise braunfleckig, sowie mit handschriftlichem Titel: "Gränzwald zwischen Holics u. Göding". Das Kartenbild in sauberem Erhaltungszustand). Dekorative, großformatige und topographisch sehr detailgenau ausgeführte Manuskriptkarte der Waldgebiete an der March zwischen Göding (Hodonín) in Südmähren und Holitsch (Holíc) in der Slowakei. Die March bildet hier den Grenzfluß zwischen Tschechien und der Slowakei. 1736 wurde die Stadt Holitsch von Franz I. Stephan, dem Ehemann von Maria Theresia, erworben. Dieser errichtete unter anderem eine Porzellan- und Fayence-Manufaktur, was zu einem Wachstum der Stadt führte. Maria Theresia ließ die Burg Holíc von einer Festung in ein Sommer-Schloss der Habsburger umbauen. Bekannt war dieses für seine Parforcejagden; unter Kaiser Franz Joseph I. wurden diese als Teil der Ausbildung von Kavallerieoffizieren durchgeführt; das Militär-Reitlehrerinstitut mit seinen über 150 Pferden nutzte das kaiserliche Schloss für seine Lehrgänge. Ausgeführt wurde die Karte von Josef Cyrani von Bolleshaus, gestorben am 11. Oktober 1758 in Göding. Er war Architekt, Ingenieur und Zeichner. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war er im Dienste der Olmützer Bischöfe als Vorstand des Bauamtes in Kremsier tätig. Vgl. dazu Antonín Jirka, Zur Problematik der Zentralbauten Mährens im 18. Jahrhundert, 1971: ". im Diarium der Kremsierer Piaristen ist als Autor der Ordenskirche der Architekt Zirani angeführt und J. Petrü hält es für wahrscheinlich, daß dieser Zirani mit Ignaz Josef Cyrani von Bolleshaus identisch sein könnte, welcher in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Dienste der Olmützer Bischöfe als Vorstand des Bauamtes in Kremsier tätig war.". Vor seinem Lebensende verließ Ignaz Josef Cyrani die bischöflichen Dienste. In den Jahren 1757-1758 beschäftigte ihn der Besitzer der Gödinger Herrschaft, Graf Czobor, als Ökonomierat.- Eingezeichnet in der Karte sind u.a. folgende Bereiche: "Gödinger Obst-Garten", "Zwischen der Czerna und Pißeczna", "Der Waldt Jelinky", "Gödinger Gemein-Waldt bieß an den Flueß Wranuwka", "Holitscher Brucken", "Drzwny Leß", "Holitscher Weeg", "Neue Brucken", "Mala Morawka - Die March", "Teücht Nimmer-Satt" (= Teich). Südöstlich von Gödig und nordöstlich von Holitsch existiert auch heute noch ein kleiner Fischteich "Skalické rybníky". Mittig im oberen Teil der Karte die große Titelkartusche in Tuschfederzeichnung. Umgeben von jagdlichen Motiven: Jagdhund, Gewehr, ein erlegter Hirsch. A - NEUEINGÄNGE April 2024